Rolf Betschart dipl. Heilpraktiker, Akupunkteur, Homöopath und Hypnose-Therapeut IKH

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Schröpfen

 

Schröpfen ist ein traditionelles Therapieverfahren.

Schröpfen ist eine effiziente naturheilkundliche Heilmethode, die sowohl in der östlichen wie auch in der westlichen Erfahrungsheilkunde seit langer Zeit mit grossem Erfolg angewendet wird.

Schröpfen wirkt stark durchblutungsfördernd auf verschiedene Strukturen des Organismus.

In der Praxis wird zwischen "trockenem" und "blutigem" Schröpfen unterschieden. Hier ist ausschliesslich die Rede vom unblutigen oder trockenen Schröpfen. Die Behandlung gehört zu den ausleitenden Methoden bei richtiger Anwendung eine einfache, sichere und häufig sehr rasch wirkende Heilmethode, die auf verschiedenen Ebenen greift und deshalb oft erstaunliche Erfolge zeigt. Beim trockenen Schröpfen werden meistens mehrere sogenannte Schröpfgläser auf die unverletzte Haut aufgesetzt und darin mittels Wärme oder einer Vakuumpumpe ein Unterdruck erzeugt, der durch die Dehnung von Haut-, Unterhaut- und Bindegewebe eine forcierte Hyperämie bewirkt. Diese lokale Durchblutungssteigerung hat eine gute Tiefenwirkung und regt den Zellstoffwechsel in den betroffenen Gebieten stark an.

Dabei kommt es zum Durchtreten von Blutkörperchen ins Kapillargebiet, wobei aber selbst die feinsten Blutäderchen, die Kapillaren, meistens unverletzt bleiben. Die Schröpfköpfe bleiben je nach Anwendung und Patient bis zu 20 Minuten aufgesetzt.

Der Schwerpunkt der Schröpfbehandlungen liegt naturgemäss bei entzündlichen und funktionellen Krankheiten. Organische Veränderungen können durch das Schröpfen zwar nicht geheilt, aber die von erkrankten Organen ausgehenden funktionellen Störungen aber wenigstens positiv beeinflusst werden.

Schröpfen entspricht dem Therapiewert der Eigenblutbehandlung und ist in der Wirkung am ehesten vergleichbar mit der Bindegewebs-Massage. Wie diese ist sie zwar nicht immer ganz schmerzfrei, auf die Dauer aber enorm befreiend. Die einzigen "Nebenwirkungen" des Schröpfens sind allein ästhetischer Natur und dauern selten länger als eine Woche. Anhand der Veränderungen der Hämatome – das sind blutunterlaufene Stellen, die nach der Behandlung aussehen wie überdimensionale "Knutschflecke" – kann direkt mitverfolgt werden, wie die Selbstheilungskräfte des Körpers wirken. Die manchmal mehrere Tage sichtbaren Hämatome schrecken niemanden ab, der die wohltuende Wirkung der Behandlung kennt.

Der Effekt, der die Schröpfung ausmacht, ist ein Unterdruck (Vakuum), der in einem auf die Haut aufgesetzten Schröpfglas erzeugt wird. Dabei ist es wichtig, dass die Gläser dicht aufliegen, damit das Vakuum während der Behandlung erhalten bleibt.

Auf Gebieten, die "knochig" sind, z. B. an Gelenken, die wenig flexible Unterhautpolster aufweisen, muss deshalb mit sehr kleinen Köpfen gearbeitet werden. Behaarte Hautareale müssen vor der Behandlung gut eingeölt werden. Bei starker Körperbehaarung ist es manchmal sogar nötig, dass die Haare zuvor entfernt werden. Starke Behaarung erschwert oder verunmöglicht den Aufbau des Unterdrucks, weil sie ein dichtes Anliegen des Schröpfkopfes an der Haut verhindert.

Indikationen

Eine Schröpfkopf-Behandlung kann hilfreich sein bei:

  • Muskelhartspann, Verspannungen, besonders im Bereich des Rückens
  • Ebenfalls im Bereich des Rückens können über die head'schen Zonen viele innere Organe reflektorisch stimuliert werden.
  • Beschwerden der Atemwege, grippale Infekte (Erkältungskrankheiten), Hals-, Mandel- und Bronchialinfektionen, Asthma bronchiale.
  • Als Teil einer Migräne-Therapie
  • Bei schmerzhafter Menstruation. Menstruationsbeschwerden können gut vor dem erwarteten Einsetzen der Regelblutung behandelt werden.
  • Beschwerden im Magen- und Darmbereich, Stoffwechsel- und Verdauungsprobleme
  • Beschwerden der ableitenden Harnwege
  • Leberbeschwerden und Regulierung des Gallenflusses
  • Arthritis: chronisch entzündliche und degenerative Formen, nicht aberakute Entzündungen
  • Zur Entstörung von Narben, um verklebtes Gewebe wieder durchlässig zu machen

Kontraindikationen

Schröpfkopfbehandlungen dürfen nicht angewendet werden bei:

  • Krampfadern (Varizen)
  • akuten Entzündungen (z. B. Arthritis, aber beispielsweise auch Hepatitis)
  • akuten Verletzungen und frischen Operationswunden
  • Bei Schwangeren darf im Bereich von Bauch, Lende und Oberschenkeln nicht geschröpft werden.

(Quelle: www.irchelpraxis.ch, Urs Schäffler)

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